Kreta ganz poetisch gesehen
Rezensiert von BERND SCHILLER
Eine doppelte Liebeserklärung an Griechenlands größte und vielfältigste Insel ist dieses charmante Buch. In intensiven Aquarellen, mal zart, mal kraftvoll - wie eben auch Kretas verschiedene Seiten sind -, hat sich der Berliner Maler Hans-Jürgen Gaudeck der Insel genähert.
Klaus Bötig, Autor aus Bremen, durch zahlreiche Reiseführer als Griechenland-Kenner ausgewiesen, hat so sensibel wie sein Malerfreund hingeschaut und seine Augenblicksgedanken festgehalten. Nicht Tipps für Touristen hat er diesmal gesammelt, sondern liebevolle Impressionen. Der Maler und, man darf es sagen, der Dichter, sind durch abgelegene Dörfer gewandert, haben nebeneinander aufs Meer geschaut oder sich unter Olivenbäumen über diese Symbole des Mittelmeers ausgetauscht. Natürlich waren sie auch in Kokkino Chorio, dem Roten Dorf, dessen Name kaum jemand kennt, obwohl es eigentlich weltberühmt sein müsste, da hier 1964 der Film "Alexis Zorbas" gedreht wurde. Und immer wieder haben die Autoren verschiedene Menschen getroffen - Bauern, Wirte, Popen, die das Schicksal und den Wandel dieser einst so wilden und heute oft so überlaufenen Insel widerspiegeln. Ein Buch voller Zärtlichkeit, ein wunderbares Geschenk für Kreta-Freunde, ja: für alle Liebhaber der griechischen Inselwelten.
"Tage auf Kreta" von Klaus Bötig und Hans-Jürgen Gaudeck; HSB-Verlag, 85 Seiten, 48 Abbildungen;
ISBN 978-3-9810177-8-6; 15,90 Euro (BS)
Weitere Rezensionen zu Tage auf Kreta: Presse: Süddeutsche Zeitung (nur Text) - neaFON - Griechenlandzeitung - Berliner Morgenpost - Badisches Tagblatt - DIE ZEIT - Hamburger-Abendblatt
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